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MyHammer Kosten und Erfahrungen für Handwerksbetriebe
Geprüft · 4 Min. Lesezeit
Geschrieben von Mateusz Cieśliński · Entwickler von LeadScanner
Kurz gesagt
MyHammer berechnet Kontaktgebühren, deren Höhe vom Gewerk abhängt, und verkauft eine Anfrage meist an mehrere Betriebe. Aussagekräftig ist deshalb nicht der Einzelpreis, sondern der gesamte Aufwand geteilt durch gewonnene Aufträge. Öffentliche Gruppenposts werden nicht weiterverkauft, müssen jedoch früh erkannt und passend öffentlich beantwortet werden.
Was lokale Vermittlungsplattformen berechnen
Bei MyHammer fällt laut offizieller Registrierungsseite eine Kontaktgebühr erst an, wenn die Kontaktdaten des Kunden für den Betrieb freigegeben werden. Das Portal ruag-ammotec.at berichtete für das dritte Quartal 2025 Gebühren von 10 bis 25 € für Maler, 20 bis 45 € für Sanitär, 20 bis 50 € für Elektro sowie 50 bis 90 € oder mehr für Notdienste. Genannt wurden außerdem optionale Pakete von 39 bis 99 € pro Monat; eine Erstattung ist nur bei falschen Daten innerhalb von 24 bis 72 Stunden vorgesehen.
Aroundhome arbeitet laut Partnerseite mit einem Festpreis pro qualifizierter Anfrage und gibt diese an höchstens drei Partner weiter. Die Zusammenarbeit ist monatlich kündbar; berichtet werden rund 43 € brutto pro Anfrage. CHECK24 Profis nennt eine kostenlose Registrierung ohne Monatsgebühr und berechnet bei bestätigtem Kundeninteresse, mit berichteten Anfragepreisen von 50 bis 120 €; Anfragen können an mehrere Handwerksbetriebe gehen. Blauarbeit verlangte laut offizieller Prüfung vom 11. September 2026 99 € monatlich bei jährlicher Abrechnung oder 149 € bei monatlicher Zahlung, ohne Gebühr je Anfrage.
So viele Betriebe erhalten eine MyHammer-Anfrage typischerweise gleichzeitig.
ruag-ammotec.at, Q3 2025Der Kontaktpreis ist nicht der Auftragswert
Die Kosten bei MyHammer zeigen erst zusammen mit der Zahl der gleichzeitig angeschriebenen Betriebe, was ein gewonnener Auftrag kostet. Wird ein Kontakt für 30 € an drei Betriebe vermittelt und nur einer erhält den Auftrag, ergeben sich 30 € × 3 = 90 € an Kontaktgebühren für diesen Auftrag. Bei fünf Betrieben sind es 30 € × 5 = 150 €, bevor Anfahrt, Angebotserstellung und Zeit für Rückfragen eingerechnet sind.
Ein belegtes Beispiel aus den MyHammer Erfahrungen macht die Rechnung greifbar. Ein Kunde schrieb auf Trustpilot am 20. Juni 2026: „74 gekaufte Kontakte. 2.186 Euro netto. Sieben belegbare Aufträge.“ Das entspricht nach diesen Angaben rund 29,50 € je Kontakt und rund 312 € je gewonnenem Auftrag. Die zweite Zahl ergibt sich aus 2.186 € geteilt durch sieben Aufträge und nicht aus dem Preis eines einzelnen Kontakts.
Was Preislisten und Pakete verdecken
MyHammer-Anfragen werden laut ruag-ammotec.at typischerweise an drei bis fünf Firmen verkauft. Mit der Freigabe der Kontaktdaten beginnt damit ein Wettbewerb um die erste Reaktion. Eine Studie in Management Science aus dem Jahr 2026 mit 11,6 Millionen Käufer-Verkäufer-Interaktionen auf Fiverr kam zu dem Ergebnis, dass eine Stunde Verzögerung bei der Antwort die Auswahlwahrscheinlichkeit um 46 % senkte, ein Tag Verzögerung um 90 %.
Beschwerden von Betrieben betreffen neben der fehlenden Exklusivität vor allem nicht erreichbare Interessenten und ausbleibende Aufträge. Ein Trustpilot-Nutzer schrieb am 4. September 2026: „bekomme 25 Kontakt Daten und nicht mal 1 Auftrag und pro kontaktdaten werde ca 30,00 Euro abgebucht“. Ein weiterer schrieb am 1. September 2026: „Sobald die Kontaktdaten freigeschaltet werden, reagieren die Personen plötzlich nicht mehr“.
Der Gruppenpost, für den niemand zahlt
Viele Menschen fragen zuerst öffentlich nach Empfehlungen, etwa nach einem Installateur, Elektriker oder Maler. Solche Gesuche stehen in öffentlichen Facebook-Gruppen und auf Facebook-Seiten, auf Reddit oder auf X. Sie werden nicht an mehrere Betriebe verkauft, und die Mitglieder der jeweiligen Community lesen sowohl den Beitrag als auch die Antworten. Das macht öffentliche Empfehlungen zu einer Alternative zu MyHammer, bei der kein Kontakt erneut verkauft wird.
LeadScanner liest diese öffentlichen Quellen nach Gesuchen nach Handwerksbetrieben, Auftragnehmern oder Dienstleistungen, ohne dass der Kunde ein Konto übergibt. Zwischen echten Kaufinteressenten stehen jedoch häufig Eigenwerbung und irrelevante Beiträge. Bei einer Messung vom 10. September 2026 mit 76 von Hand bewerteten Suchergebnissen von Reddit und X erreichte die reine Stichwortsuche 10 % Präzision; sie markierte 21 Beiträge, darunter zwei Käufer, und 12 der Fehlalarme waren werbende Handwerksbetriebe. Die KI-Qualifizierung erreichte 83 % Präzision, markierte 18 Beiträge mit 15 Käufern und fand 15 von 16 tatsächlichen Interessenten.
Schnell öffentlich antworten, ohne Nachrichtenwerbung
LeadScanner erstellt zu jedem gefundenen Gesuch einen Antwortentwurf. Der Betrieb kopiert diesen Entwurf und veröffentlicht die Antwort mit dem eigenen Konto; LeadScanner veröffentlicht nichts selbst. Eine Community, in der Bots antworten, verliert das Vertrauen ihrer Mitglieder, daher bleibt der Entwurf ein Entwurf.
Bei öffentlichen Gesuchen bleibt die Antwort öffentlich unter dem Beitrag. § 7 Abs. 2 UWG behandelt Werbung per elektronischer Nachricht ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung als unzumutbare Belästigung. Das OLG Hamm ordnete private Social-Media-Nachrichten im Verfahren 18 U 154/22 elektronischer Post zu; eine öffentliche Antwort auf eine öffentliche Anfrage ist keine private Nachricht.
Kosten je gewonnenem Auftrag vergleichen
Für jede Quelle gilt dieselbe Rechnung: Sämtliche Ausgaben eines Zeitraums werden durch die daraus gewonnenen Aufträge geteilt. Kontakte sind dafür die falsche Bezugsgröße, denn ein Kontakt kann parallel an mehrere Firmen gehen oder ohne Auftrag enden. Die Rechnung zeigt, ob Kontaktgebühren, Mitgliedschaften und eigener Bearbeitungsaufwand durch die Auftragsmarge gedeckt sind.
Bei LeadScanner ist die Abrechnungseinheit kein Kontakt, sondern ein Scan einer Quelle. Ein Scan kostet einen Punkt, ein Scan mit KI-Qualifizierung zwei Punkte; das System verspricht keine Anzahl an Leads pro Scan. Das Panel weist je Quelle die eingesetzten Punkte und die gefundenen Leads aus. Die aktuellen Planpreise stehen auf der Preisseite.
Fragen, die dabei gestellt werden
Was kostet ein Lead bei MyHammer?
MyHammer berechnet laut offizieller Registrierungsseite eine Kontaktgebühr, wenn Kundendaten freigegeben werden. Das Portal ruag-ammotec.at berichtete für das dritte Quartal 2025 je nach Gewerk 10 bis 25 € für Maler, 20 bis 45 € für Sanitär, 20 bis 50 € für Elektro sowie 50 bis 90 € oder mehr für Notdienste.
Wird eine MyHammer-Anfrage an mehrere Betriebe vergeben?
Ja. Laut ruag-ammotec.at wird eine Anfrage typischerweise an drei bis fünf Firmen verkauft. Ein Betrieb kann daher für einen Kontakt zahlen, obwohl ein anderer Betrieb den Auftrag erhält.
Wie hoch sind die Kosten bei Aroundhome?
Aroundhome nennt auf seiner Partnerseite einen Festpreis pro qualifizierter Anfrage und eine Weitergabe an höchstens drei Partner. Berichtet werden rund 43 € brutto pro Anfrage; ein Partner schrieb auf Trustpilot am 26. August 2026, er habe in fünf Wochen für zwei halbwegs interessierte Kunden ohne Auftrag über 800 € bezahlt.
Wie hoch sind die Kosten bei Blauarbeit, und was verlangt CHECK24 Profis?
Blauarbeit kostete laut offizieller Prüfung vom 11. September 2026 99 € monatlich bei jährlicher Abrechnung oder 149 € monatlich bei monatlicher Zahlung, ohne Gebühr pro Anfrage. CHECK24 Profis nennt keine Monatsgebühr und berechnet bei bestätigtem Kundeninteresse; berichtete Preise liegen bei 50 bis 120 € pro Anfrage.
Darf ein Betrieb auf einen öffentlichen Gruppenpost antworten?
Eine öffentliche Antwort unter einer öffentlichen Anfrage ist keine private Nachricht. Private Social-Media-Nachrichten zu Werbezwecken ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung fallen nach § 7 Abs. 2 UWG dagegen unter das Verbot unzumutbarer Belästigung; das OLG Hamm behandelte private Social-Media-Nachrichten in 18 U 154/22 als elektronische Post.
Aus demselben Regal
Ein vermittelter Kontakt ist erst wirtschaftlich beurteilt, wenn alle Ausgaben durch die gewonnenen Aufträge geteilt werden. Öffentliche Empfehlungsgesuche verursachen keine Kontaktgebühr, verlangen aber eine schnelle und glaubwürdige öffentliche Antwort.
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Über den Autor
Mateusz Cieśliński · Entwickler von LeadScanner
Softwareingenieur, Absolvent der Technischen Universität Łódź, der beruflich KI-gestützte Systeme baut. LeadScanner ist aus seiner eigenen Arbeit entstanden: bevor es ein Produkt war, hat er selbst jahrelang jeden Morgen von Hand Anfragen in öffentlichen Facebook-Gruppen gesucht — und die Messungen in den Ratgebern hier, mit Datum, sind seine.